DIE SAGENHAFTEN PORTUGIESISCHEN MEGALITHEN
Portugal war für mich eine riesige Überraschung. Ich weiß nicht, warum, aber im Grunde erwartete ich davon einen standardmäßigen europäischen Urlaub, doch es entpuppte sich als ein unglaublich herrliches Land, das mich mit jedem seiner Kilometer begeisterte. Ob es um die Städte oder um die wilde Westküste geht, alles habe ich sehr genossen. Aber heute möchte ich Ihnen über eine Überraschung im Landesinneren schreiben. Es war ein geheimnisvoller Ort voller megalithischer Steine.
Diesen Ort, Cromeleque dos Almendres, finden Sie in der Nähe der Stadt Évora. Es befinden sich hier insgesamt 95 megalithische Steine, die hier bereits aus den uralten Zeiten des Neolithikums stammen. Der ganze Ort war angeblich dem Sonnenkult geweiht, und poetisch wird er der „Hügel der steinernen Amphoren“ genannt. Vor unglaublichen etwa siebentausend Jahren richteten hier einfache Bauern und Hirten die riesigen Steine auf. Dieses stille Heiligtum finden Sie inmitten von Hainen aus Korkeichen, wo alles verstummt. Es herrscht hier wirklich so eine besondere Atmosphäre der Ruhe und zugleich der Spannung eines heiligen Ortes. Langsam spaziere ich zwischen den Steinen und überlege, wie es hier vor vielen, vielen Jahren ausgesehen haben muss.
Während Sie sich zwischen den Dutzenden aufgerichteten Steinen hindurchschlängeln, haben Sie das Gefühl, immer neue Winkel zu entdecken, wo es jedes Mal anders aussieht. Die Steine bilden verschiedene eigenartige Gruppierungen, und es ist ein bisschen so, als wäre man ein Riese und spaziere zwischen den großen Häusern einer steinernen Stadt.
Viele Menschen finden Sie hier in einer Art Meditation, in dem Bestreben, sich an die uralten Energieknoten anzuschließen. Erwarten Sie keine riesigen Felsmassive wie im weltberühmten Stonehenge. Aber einige der Steine erreichen eine Höhe von etwa zwei Metern. Eher als die Größe ist hier ihre Zahl und Anordnung verblüffend. An manchen erkennen Sie noch ein wenig alte Ornamente oder Ritzungen.
Tipp 1: Nehmen Sie sich für diesen schönen Ort genügend Zeit. Planen Sie sich zum Beispiel ein Picknick hierher, das Sie im Eichenhain nebenan genießen können. Es braucht nämlich wirklich, diesen Ort ein wenig zu „erleben". Nicht ihn nur mit der Kamera in der Hand zu durcheilen und wieder abzureisen. Warten Sie, bis hier ein Minimum an Touristen ist, und sitzen Sie einfach da und nehmen Sie den Zauber des Ortes wahr.
Tipp 2: In Portugal befinden sich mehrere solcher Orte, wenn Sie also Lust haben, können Sie das Entdecken megalithischer Bauwerke ruhig fortsetzen.
Ausrüstung: Und wie fotografiert es sich an diesem Ort? Nun, natürlich herrlich. Wenn Sie kein Pech haben und nicht zu viele Touristen hier sind, was aber wohl nicht allzu oft vorkommt, ist dieser Ort wirklich fotogen. Sicher würden hier viele begeisterte Land-Art-Künstler gern bis in die Nacht warten und dann die Steine irgendwie farbig dramatisch anleuchten, aber für solche Experimente hatte ich keine Zeit. Empfehlen kann ich nur das Fotografieren aus der Froschperspektive, damit die Höhe der Steine noch mehr zur Geltung kommt. Zudem, wenn Sie Glück mit so schönem Wetter haben wie ich, wird es entschieden ganz von allein gehen. Verständlicherweise konnte ich einigen Panoramafotografien nicht widerstehen, vergessen Sie also nicht, ein etwa 35-mm-Objektiv und ein Stativ (idealerweise mit Panoramakopf) mitzunehmen.



