PORTO - DIE BRÜCKE KÖNIG LUDWIGS I.

Ich stehe hoch über dem Fluss, und schon etwa eine Stunde lang bläst mir ein starker Wind entgegen, und die Kälte kriecht langsam unter die Fingernägel. Die Sonne geht langsam unter, und ich warte nur noch darauf, dass die Straßenlaternen angehen und die richtige abendliche Lichtszenerie für das perfekte Foto entsteht. Ich wärme mich ein wenig mit Portwein auf, den ich am Nachmittag in einem nahegelegenen Weingut gekauft habe. Endlich sieht es gut aus, ich mache ein Kontrollfoto, doch da stelle ich fest, dass mir der Akku leer ist. Ich suche also nach dem zweiten Akku, doch der ist nirgends zu finden. Den muss ich wohl im Hotel gelassen haben. Das kann doch nicht wahr sein! Zum Hotel und zurück sind es gute 40 Minuten. Ich friere hier eine Stunde und mache am Ende das Abendfoto nicht? Morgen reise ich schon aus Porto ab, das würde bedeuten, ohne die entscheidende Aufnahme der Stadt abzufahren. Mir fällt die Tatsache ein, dass Polarforscher ihre Akkus immer direkt am Körper tragen, damit sie in der Kälte länger die Kapazität halten. Schnell wärme ich also den leeren Akku mit meinem eigenen Körper.

Nach etwa fünf Minuten, als ich wirklich fotografieren muss (damit der Himmel nicht schon zu dunkel ist), versuche ich den nun aufgewärmten Akku herauszunehmen und in die Kamera einzulegen. Und siehe da, die Kamera schaltet sich ein. Der Akku blinkt zwar, dass er nicht mehr lange arbeiten will, aber ich kann fotografieren. Am Ende gelingt es mir, etwa 10 Fotos zu machen, genau solche, wie ich sie mir vorgenommen hatte. Danach schaltet sich die Kamera endgültig aus, und ich kann mich in Ruhe aufmachen, einen schönen Platz zum Abendessen zu suchen. Also natürlich zuerst ins Hotel für den Ersatzakku, für den Fall, dass es auch nachts in Porto etwas zu fotografieren gäbe.

Ich muss zugeben, dass ich über Porto außer dem Verkauf von Portwein nicht viel wusste. Ich verbrachte hier knapp drei Tage und habe die Stadt entschieden ins Herz geschlossen. Es war im März, und so waren noch nicht viele Touristen da. Die Stadt war recht ruhig, und man konnte so herrlich durch die alten Gassen schlendern, die unglaublichen Brücken bewundern, alte Portweine verkosten und fotografieren und fotografieren. Porto ist die zweitgrößte Stadt Portugals, und ihre Einwohnerzahl liegt irgendwo bei 250 000. In den angrenzenden Gebieten leben aber fast 2,5 Millionen Menschen, denn es handelt sich um einen der industriereichsten Teile Portugals. Durch die Stadt fließt der Fluss Douro, an dem der Portwein angebaut wird, aber in diese Region schauen wir in einem weiteren Artikel.

In Porto finden Sie viele Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Paläste und Gotteshäuser. Das entschieden größte Wahrzeichen der Stadt bildet aber die Ludwigs-I.-Brücke. Ihre Höhe beträgt 45 Meter, und falls sie Sie mit ihrer Konstruktion an den Eiffelturm erinnert, dann sollten Sie wissen, dass ihren Bau Eiffels Kollege Théophile Seyrig leitete. Im oberen Teil verkehrt die Metro, und es gibt hier auch zwei Fußgängerwege. Im unteren Stockwerk führt dann der Autoverkehr. Die Brücke wurde 1886 feierlich eröffnet und war zu dieser Zeit die größte Brücke dieser Bauart auf der Welt.

Tipp 1: An sehr touristischen Orten, an denen ich nicht viel Zeit habe, habe ich manchmal so ein Ritual. Ich schaue mir am Souvenirstand die Ansichtskarten der jeweiligen Gegend an. Nicht, dass ich die Aufnahmen eines anderen kopieren wollte – das würde Ihnen ohnehin nie genau gelingen –, aber Sie haben so die Möglichkeit herauszufinden, welche guten Ausblicke auf den jeweiligen Ort existieren, und das spart Ihnen viel Zeit und das Suchen der richtigen Standorte.

Tipp 2: Nutzen Sie alle Aussichtspunkte, Brücken und erhöhten Stellen, auf die Sie in Porto stoßen. Praktisch alle Ausblicke auf die Stadt sind wunderbar fotogen.

Tipp 3: Klasse ist es auch, am ersten Tag früh am Morgen am jeweiligen Ort joggen zu gehen. Wenn Sie mindestens 10 km in anständigem Tempo schaffen, haben Sie so in einer Stunde einen großen Teil der Gegend kartiert und wissen gleich, wohin Sie sich dann in Ruhe mit der Kamera aufmachen können.

Ausrüstung: Für Porto brauchen Sie wohl keine spezielle Ausrüstung, nehmen Sie bitte nur genügend Akkus mit :)