Die Sekumpul-Wasserfälle auf Bali
Ich war gerade im nördlichen Teil der Insel und plante, was ich hier alles sehen könnte und was ich gern erleben würde. Die örtlichen „Agenturen" lockten mich sofort mit einer Fahrt zu den Delfinen und weiteren Attraktionen, an denen ich nicht teilnehmen wollte. Am Ende wählte ich den Weg zu den Sekumpul-Wasserfällen, die zwar nicht die bekanntesten sind, aber mich reizte die Erkenntnis, dass es die größten Wasserfälle auf Bali sind.
Die meisten Touristen fahren zum Nungnung-Wasserfall, der sehr fotogen ist und wo man unten in den Gumpen baden kann, sodass es ein angenehmer Abschluss des verschwitzten Weges durch den umliegenden Dschungel ist. Aber er liegt im Grunde in der Mitte der Insel, wohin ich es von Lovina Beach weit hatte. Also war Sekumpul die klare Wahl.
Am Parkplatz, wo der Weg zu den Wasserfällen beginnt, musste ich eine Eintrittsgebühr zahlen. Wie auch anders. Ich habe das Gefühl, dass ich auf Bali fast schon dafür bezahlt habe, dass ich frische Luft eingeatmet habe. Die Eintrittskarte kostete etwa 20.000 IDR, und nach zwei Schritten sprang ein Einheimischer auf mich zu, sagte, er sei angeblich Führer und ich solle ihm wieder etwas bezahlen, damit er mit mir bis zu den Wasserfällen gehe. Und da war es wieder, das endlose Erklären, dass ich keinen Führer wolle, dass ich schon eine Karte gekauft hätte und dass ich zu den Wasserfällen, über den markierten und meist auch betonierten Weg und die Treppen, sicher allein gelangen würde. Ich muss sagen, dass diese Momente für mich auf Bali immer sehr ermüdend waren.
Nach einer Weile gelang es mir, den „Führer" abzuweisen, und ich machte mich hinunter zu den Wasserfällen auf. Ich ging an einigen Häusern vorbei, wo mich bellende Hunde nicht erfreuten, und setzte meinen Weg weiter dem Tosen des Wasserfalls entgegen fort, das immer stärker wurde. Einen markierten Weg hatte ich zwar erwartet, aber wohl damit die Balinesen die Einnahmen durch die Führer steigern, gab es hier keine große Markierung, und so wählte ich meist einfach den Weg, der stärker bergab führte, oder orientierte mich anhand der Karte im Telefon. Nach einigen Minuten (der gesamte Weg zu den Wasserfällen vom Parkplatz aus dauert etwa 20 Min.) eröffnete sich mir ein grandioser Ausblick. Es handelte sich nicht um einen großen Strom, der ins Tal stürzt, sondern ich erblickte gleich drei Hauptwasserfälle, die von einer großen Steilwand im Dschungel herabstürzten (die Höhe des Wasserfalls beträgt etwa 80 Meter).
Ich gelangte auf eine kleine Plattform mit schönem Ausblick und fotografierte hier diese Naturschönheit. Danach setzte ich über die glitschigen Treppen bis hinunter zum Fluss fort, wo es auf dem Weg noch einige schöne Ausblicke auf die Wasserfälle und den Dschungel gab. Nach den letzten Informationen, die ich im Internet gesehen habe, ist der Weg unterhalb des Aussichtspunkts derzeit durch ein Gitter versperrt, und hinunter unter die Wasserfälle gelangt man nur mit einem Führer (etwa 120.000 IDR) oder nach Zahlung weiterer 75.000 IDR.
Langsam machte ich mich hinauf zum Parkplatz und hörte hinter mir das Tosen des Wasserfalls. Die Kraft dieser Wassermasse, die jede Sekunde ins Tal stürzt, beherrschte den Rest des Tages meinen Geist. Mir wurde bewusst, dass mein nächster Tag auf Bali ebenfalls im Zeichen des Wassers stehen würde, aber des salzigen. Für morgen hatte ich nämlich Schnorcheln in der Nähe der Hirschinsel im nordwestlichen Zipfel Balis vereinbart.




